Teisho

 Annehmen!

Nur jeder Mensch selbst kennt sich ganz genau. Er/Sie weiß um seine Schwächen und seine Stärken. Und leider verstecken wir im Alltag unsere Schwächen und heben unsere Stärken hervor. Das macht Stress und ist nicht förderlich für das eigene Wohlbefinden. Denn in Wirklichkeit kennen wir uns nur zu gut. Und können uns nie von ganzem Herzen her mit unserem nach außen aufgebautes Bild identifizieren. Denn das Bild entspricht nicht der Wahrheit. Und das wissen wir tief in unserem Herzen. So sind wir nicht ehrlich zu uns und zu unseren Mitmenschen.

Das spaltet uns und macht im Grunde unglücklich.

Wenn wir es aber schaffen könnten, dass, was wir wirklich das sind, was wir sind, wirklich zu leben, so wie wir sind, dann werden wir zufrieden und „glücklich“ durchs Leben gehen.

Aber: Unsere Schwächen möchten wir gerne unter den Tisch kehren. Denn wir haben Angst und leider auch die Erfahrung, dass sie von jemanden für seinen Vorteil ausgenützt werden könnte. Dem ist aber nicht so. Denn wenn wir wirklich ehrlich zu uns selbst und zu unserer Umgebung sind, dann können wir vollkommen und mit aller Wucht für uns selbst einstehen. Und wir können auch menschliche Niederlagen ertragen, denn die gehören zum Leben dazu. Weil wir wissen, dass wir ein Mehr als nur ein materielles Gebilde sind.  

 Setzen wir uns einfach hin und lassen wir uns auf uns so sein, wie wir sind. Wir werden dann in jedem Augenblick das Richtige tun, das uns zu einem offenen und glücklichen Leben führen kann.

Nur annehmen!

Carsten Koßwig Zenlehrer


Meine ZEN-Lehre

ZEN kann jeder üben.

Es ist das "Nach Hause kommen", dem Wiederentdecken der eigenen Wesensnatur! Deshalb kann jede Person. die sich mit seiner Wesensnatur, seinem Selbst, auseinandersetzt, auch seine Konfession, seinen Glauben behalten. Denn ZEN hat kein Dogma, keine heilige Schrift oder keine Lehre im herkömmlichen Sinn. Der "Lehrer" ist dabei nur ein Begleiter auf dem Weg zur eigenen Wesensnatur (Selbst). So wie ein Bergführer, der den Bergsteiger begleitet,  die Richtung vorgibt und ihn versucht auf den Gipfel zu führen. Allerdings mit einemUnterschied: Er wird nicht "ins Seil genommen".Er darf deshalb den Weg frei und unabhängig wählen.

Für mich ist es deshalb wichtig zu betonen, dass ich nicht danach strebe, Menschen zu einem Mönchsleben zu bewegen. Ich bin der Meinung, dass ein solches Leben eine sehr einschränkende Lebensweise ist, die dem Wesen des ZEN widerspricht. Auch möchte ich keine "geschlossene" Gemeinschaft gründen, sondern eine offene, bei der jeder und jede seinen Platz hat, den ihm / ihr zusteht und in ihr aufgehen kann. Dabei stehen wir alle im "normalen Leben" und haben damit Teil an dessen Unannehmlichkeiten und Sorgen.

Auch sollt meiner Meinung nach derZEN - Übende sich nicht aus dem Alltag zurückziehen, sondern diesen annehmen und mit ihm üben. Der Alltag kann auf dem Weg zur Erkenntnis eine sehr große Hilfe sein.

Das Üben auf dem Kissen ist nur ein Teil des Weges. Die auf dem Kissen erworbene Achtsamkeit und das Loslassen von allen Vorstellungen, Meinungen und Wissen wird im Alltag weiter geübt.

Carsten Koßwig, Zen-Lehrer bestätigt durch Kyo Un Roshi und Assistenz-Lehrer der Zen-Linie "Leere Wolke"