Was ist ZEN?

ZEN ist eigentlich nicht erklärbar, sondern nur erfahrbar. Ich lade Sie ein die Erfahrung zu machen!

Mehr ist nichts zu sagen!

Falls Sie eine "intellektuelle" Erklärung wünschen, die leider nicht den Kern trifft, können Sie unten unter: "ZEN: Der Versuch einer Erklärung, dessen was nicht erklärbar ist" (unten) lesen.

Zur Erklärung auf "spiritueller" Art möchte ich folgendes Koan mit auf den WEG geben:

Guteis Finger:

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Was auch immer Meister Gutei über ZEN gefragt wurde, als Antwort streckte er einfach einen Finger hoch. Einst wurde sein junger Diener von einem Besucher gefragt: "Worin besteht die Lehre deines Meisters?" Da hielt der Bursche ebenfalls einen Finger hoch. Als Gutei davon hörte, schnitt er dem Jungen mit einem Messer den Finger ab. Schreiend vor Schmerz lief der Junge davon. Gutei reif ihm nach. Als der Junge seinen Kopf zurückwandte, streckte Gutei einen Finger hoch. Da wurde der Junge plötzlich erleuchtet. Als Gutei zum Sterben kam, sagte er zu den versammelten Mönchen: "Ich habe diese Ein-Finger-Zen von Tenryu empfangen. Mein ganzes Leben lang habe ich es benützt, aber nicht ausgeschöpft." Nach diesen Worten trat er ins Nirvana (Tod) ein. (aus: Mumonkan Fall Nr. 3 in Die torlose Schranke, Koun Yamada, 1989, München, Kösel)

 

 

 

 

ZEN: Der Versuch einer Erklärung, dessen, was nicht erklärbar ist.

ZEN ist ein Übungsweg, mit dem unter zu Hilfenahme von gegenstandsloser Meditation (Zazen) versucht wird, die Sinn-Fragen:

Wer bin ich? Woher komme ich? Was passiert nach meinem Tod?

zu beantworten.

Mit rationalen Worten und Erklärungen kann man ZEN eigentlich nicht vermitteln (erklären). Es entzieht sich aller Vorstellungen und ist nur nachvollziehbar, wenn man die Wesensschau (Erleuchtung)  erfahren hat. Das ist genauso, wie das „Schmecken eines Weines“, der zwar beschrieben werden kann, deren Gaumenfreude aber erst durch das Trinken des Weins „erfahrbar“ wird.

Dabei ist die Wesensschau im eigentlichen Sinne nur ein Bewusstwerden dessen, was schon immer vorhanden ist. Damit ist also nichts zu „erreichen“  oder „erwerben“. Der Mensch ist nicht aus dem Ganzen herausgelöst, sondern ein Teil des Ganzen und im engeren Sinne auch das Ganze selbst.

Das Problem des Menschen ist, dass er durch sein Ratio/Geist/Vernunft die Welt und alles Drum Herum einteilen und ordnen will. Er erfährt sich im Gegensatz zum Anderen. Dadurch gerät er in eine Sichtweise der Dualität. Er beginnt einzuteilen: Du, das Gegenüber und Ich, das Eigene.

In der Wesensschau wird diese Einteilung aufgelöst. Der Mensch erkennt, dass nicht nur Dualität, sondern auch Leere existiert. Es existiert nicht diese Dualität, es existiert die Einheit von Dualität und Leere. Einheit mit sich und dem Gegenüber. Einheit auch mit der ganzen Welt, mit dem gesamten Kosmos und sogar darüber hinaus.

Auch erfährt er, dass es gar keine Zeit gibt. Es existiert nur den Augenblick. Dieser ist dann Ewigkeit. Zeit ist damit nur eine Einheit zwischen zwei unterschiedlichen Zeitpunkten. Die Zeit ist damit nachmenschlicher Definition eine dualistische Sichtweise, die mit der „Wirklichkeit“ an sich nichts zu tun hat. Erst die Definition macht sie zu Dualität. Die Wirklichkeit ist aber:

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Nur Sein, nur dieser Augenblick. Einer nach dem Anderen…

Damit erübrigen sich die Fragen. Das „wer bin ich?“ wird mit dem: Ich bin Du und Alles beantwortet. Einheit von Du und Ich. Das „Woher“ ist nur eine Definition. Ich bin hier im Augenblick und überall. Der Tod wird nicht zu einem Ende, weil im eigentlichen Sinne keine Zeit existiert. Physisch ist er also nur ein Übergang von einem Zustand in den nächsten. So gesehen existiert das Wesen ewig, der Mensch als physische Gestalt verändert sich, sein Wesenskern ist trotzdem zeitlos. Trotzdem ist Mensch und Wesenskern eines, nichts Getrenntes voneinander zu betrachten.

Und nun? Was jetzt? Ist Mensch nicht mehr Mensch?

Er ist beides Mensch und Wesensnatur. Er erfährt sich als Mensch in der Dualität und als Wesensnatur in der Zeitlosigkeit. Und das gleichzeitig.

Warum aber haben wir Menschenein Problem damit? Warum entsteht Leid? Warum Missgunst, Gier und Neid?

Der Mensch ist trotzdem Mensch mit all seinen Unvollkommenheiten und Schwächen. Er besitzt eine Ratio, er hat Psyche, er ist von Energie durchdrungen.

Er ist aber auch gleichzeitig Alles. Dies hat er durch seine eingeschränkte Sichtweise, die sich aus einer rationalen Sichtweise entsteht, vergessen.

Der historische Buddha, Siddhartha Gautama, hat dies erkannt. Leid entsteht nur, wenn der Mensch von seiner Wesensnatur abgekoppelt ist. Er also nur oder hauptsächlich in der Dualität lebt, bzw. diese – bedingtdurch die Ratio – vorherrscht.  Der Mensch vergleicht: „Der andere ist besser als ich!“, „Wir Ausländer werden immer gehasst“, „Ich bin Opfer“ sind einige Ausdrücke der Dualität, die Leid bringen. Durch die Erkenntnis, dass der Mensch in Einheit mit allem lebt, kann er gar nicht Leid erfahren.

Leider ist diese Erkenntnis verloren gegangen.

Da Siddhartha die Erkenntnis durch das meditative Sitzen (Zazen) erfahren hat, wird im ZEN diese Form als Übungsweg zum Erkennen (Erwachen) praktiziert.

Der Übende geht durch ein stilles aufrechtes Sitzen in die Versenkung und versucht durch eine geistige Nichtaktivität die Non Dualität aufscheinen zu lassen und damit zu einer Einheitserfahrung (Wesensschau) mit Allem zu gelangen. 

Daraus entspringt die Erkenntnis, dass alle Menschen gleich sind. Der Übende erkennt die Gemeinsamkeit des Anderen und handelt deshalb so, dass der Andere nicht zu Schaden kommt.

Dies könnte sogar so weit gehen, dass alle Menschen, wenn sie alle ZEN übten, in Frieden leben könnten und alle dabei noch glücklich werden könnten.

Was ist Zen (einfache Erklärung) ?

Zen kann man eigentlich mit rationalen Worten und Erklärungen nicht vermitteln (erklären). Das Wort bedeutet im weiteren Sinne „Sammlung des Geistes“. Es entzieht sich aller Vorstellungen und ist nur nachvollziehbar, wenn man die Wesensschau erfahren hat. Die Aufgabe von ZEN ist aber genau definiert. Es versuchtAntworten auf die Fragen: "Wer bin ich?", "Woher komme ich", "Was passiert nach meinem Tod?" zu geben.

ZEN ist demnach ein spiritueller Lebensweg, der keiner Religion entspricht. Zen wird „...außerhalb der orthodoxen Lehre.“ (Willigis Jäger, 2013; Das Geheimnis jenseits aller Wege, Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach) vermittelt, die auf der Erfahrung der Wesensnatur gegründet wird.

Die Übunghat „das Ziel“ die Non – Dualität (=Wirklichkeit) in jedem Augenblick zu erfahren. Die Erfahrung lehrt einem, dass Gegenpole wie z. B. Gut und Böse oder Oben und Unten erst dann existieren, wenn einer der beiden Begriffe definiert werden. In der tiefen Erfahrung der Wesensschau – auch „Erleuchtung“ genannt – erkennt der Übende, dass diese Dualität nicht existiert.

Sie ist eins und die Wirklichkeit besteht immer!

Daraus entspringt die Erkenntnis, dass alle Menschen gleich sind. Der Übende erkennt die Gemeinsamkeit des Anderen und handelt deshalb so, dass der Andere nicht zu Schaden kommt.

Die Übungsform des ZEN ist das Zazen, die sitzende gegenstandslose Meditation.

Dem historischen Shakyamuni Buddha (Siddartha Gautama) wird nachgesagt, dass er in seiner Erfahrung erkannt hat, dass alle Menschen vom Wesen hergleich sind und es keine Unterscheidung zwischen den Menschen, die Wesensschau erfahren haben und denen, die es nicht haben. Jeder Mensch/ Wesen ist vollkommen, nur dass sich die meisten Menschen dessen nicht bewusst sind. Erst durch die Wesensschau (Erleuchtung) wird dem Menschen dieses klar.

Daraus entsteht die Erkenntnis, dass auch der Mensch im Einen existiert. Er ist nicht außerhalb allen, sozusagen die „Krone der Schöpfung“, sondern innerhalb und mit allem verbunden. Er erkennt, dass es kein Du und Ich existiert, sondern nur „Sein“.

In einem Zen – Text von Daio Kokushi liest man „Über Zen“: „Es gibt eine Wirklichkeit, die vor Himmel und Erde steht. Sie hat keine Form, geschweige denn einen Namen. Augen können sie nicht sehen. Lautlos ist sie, nicht wahrnehmbar für Ohren...“ Diese Wirklichkeit hat keine Zeit, man erkennt das „Jetzt“, das eben die Zeitlosigkeit darstellt. Damit existiert auch nicht der Tod. Der Tod ist nur ein Wechsel von einem Zustand in einen anderen Zustand. Während des Lebens hat diese Wirklichkeit nicht aufgehört zu existieren, sie ist stets vorhanden. Sie wieder zu entdecken ist die Übung des Zazen. Denn die menschliche Ratio und auch deren Psyche verdecken sie und damit erkennt der Mensch nicht das was „wirklich“ ist.

Carsten Koßwig